Lärmschutz im Schienenverkehr

Mit dem lärmabhängigen Trassenentgelt und den Quieter Routes werden flächendeckend wirkende Maßnahmen zum Umbau des rollenden Materials gesetzt.

Quieter Routes

Die "quieter routes" stellen einen Meilenstein der Lärmreduktion  im Schienenverkehr dar. Mit leisen Bremssystemen (K-Sohle und LL-Sohle, aber auch Scheibenbremsen) ausgerüstete Güterzüge können um bis zu 10 Dezibel leiser sein als jene mit Grauguss-Bremsen. Mit einer Umrüstung der Wagenflotte auf leise Bremstechnologien kann die Bevölkerung massiv entlastet werden.

Die Europäische Kommission hat 2019 den rechtlichen Rahmen dafür geschaffen, dass nicht-lärmarme Güterwagen ab Ende 2024 auf bestimmten Routen, den sogenannten „quieter routes“, verboten werden. 

Welche Strecken zu den "quieter routes" zählen hängt im Wesentlichen von der Zahl der Güterzüge in den Nachtstunden ab. Es müssen im Durchschnitt mindestens 12 Züge fahren und die Strecken müssen ein Länge von mindestens 20 km aufweisen.

Wesentliche Teile der internationalen Korridore durch Österreich zählen zu den "quieter routes". Das Verbot von lauten Güterwagen auf diesen Strecken wird aber auch einen positiven Einfluss auf das rollende Material im übrigen Eisenbahnnetz haben.

 

Lärmabhängiges Trassenentgelt

Neue Güterwaggons werden nur mehr zugelassen, wenn sie leise sind. Um auch eine möglichst rasche Marktdurchdringung von lärmarmen Güterwagen durch Umrüstung der Bestandsflotte zu fördern wurde im Jahr 2017 in Österreich ein lärmabhängiges Infrastrukturbenützungsentgelt eingeführt.

Eisenbahnverkehrsunternehmen können damit für leise Güterwaggons einen Bonus von 1ct pro Achskilometer geltend machen. Der Bonus für einen vierachsigen Waggon ist mit 1.700,- Euro - den Kosten für die Umrüstung - gedeckelt.

Messbar leiser

Mit der Einführung des lärmabhängigen Infrastrukturbenützungsentgelts wurde ein Anreiz für die Umrüstung auf leise Bremsen gesetzt. Das Potenzial für die Lärmreduktion ist groß. Neue bzw. umgerüstete Güterwagen sind bis zu 10dB leiser als die bisherigen.

Die reduzierte Lärmemission einzelner Güterzüge ist jetzt bereits wahrnehmbar und wird sich bis Ende 2024 noch deutlich verbessern und auf alle Güterzüge erstrecken.

Zur Dokumentation der abnehmenden Lärmpegel sowohl im Nahbereich des Gleises wie auch bei den Wohnhäusern hat das Land Kärnten gemeinsam mit den ÖBB eine permanente Lärmmessstelle in Lind ob Velden sowie mit der Stadt Klagenfurt eine permanente Immissionsmessstelle direkt im Stadtgebiet von Klagenfurt eingerichtet.


Messstelle Klagenfurt (Echtzeitdaten)


Messstelle Lind ob Velden (Messbericht)

Veröffentlicht am 14.09.2021

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